Die beste Zeit für den Newsletter-Versand
Dienstagmorgen oder Donnerstagnachmittag? Wir zeigen anhand echter Versanddaten, wann deine Öffnungsraten am höchsten sind — und warum die pauschale Antwort nie deine beste ist.
Mailaura Team
Mailaura.io
„Wann soll ich meinen Newsletter am besten versenden?" ist die häufigste Frage in jedem E-Mail-Marketing-Workshop — und gleichzeitig die mit der langweiligsten Standardantwort: „Dienstag 10 Uhr". Diese Antwort stimmt im Branchenschnitt. Sie stimmt aber fast nie für deine konkrete Liste. Dieser Beitrag zeigt, was die Daten tatsächlich sagen, wie du die richtige Zeit für DEINE Abonnent:innen findest und welche Automatismen dir 2026 die Arbeit abnehmen.
Der Branchen-Durchschnitt im DACH-Raum
Aus aggregierten Daten von über 2 Millionen Newsletter-Sendungen (Mailaura-Analyse 2025-2026) ergeben sich folgende Öffnungsraten nach Versandzeit:
| Wochentag | Morgens (8–11 Uhr) | Mittags (11–14) | Nachmittags (14–17) | Abends (17–20) |
|---|---|---|---|---|
| Montag | 22 % | 24 % | 23 % | 18 % |
| Dienstag | 28 % | 26 % | 25 % | 19 % |
| Mittwoch | 26 % | 27 % | 24 % | 20 % |
| Donnerstag | 27 % | 26 % | 28 % | 21 % |
| Freitag | 24 % | 22 % | 20 % | 17 % |
| Samstag | 18 % | 21 % | 20 % | 19 % |
| Sonntag | 20 % | 23 % | 22 % | 21 % |
Konsens: Dienstag und Donnerstag, 10–11 Uhr oder 14–16 Uhr. Dieser Durchschnitt ist der Grund, warum alle zur selben Zeit senden — und genau deshalb oft nicht die beste Lösung für dich.
Warum der Durchschnitt nicht deine Antwort ist
Drei Faktoren verschieben die optimale Zeit:
1. Zielgruppen-Kontext
- Büroarbeit 9-to-5: Standard-Muster (Di/Do vormittags).
- Handwerker, Gastronomie, Einzelhandel: oft deutlich bessere Ergebnisse am frühen Morgen (6–8 Uhr) oder Abend (19–21 Uhr).
- B2B-Entscheider: Dienstag 7:30 Uhr (vor den ersten Meetings) funktioniert oft hervorragend.
- B2C Kreativ-Publikum: Sonntagabend („Weekly Review"-Gewohnheit) ist erstaunlich stark.
2. Zeitzone
Senderdomain Wien-Frankfurt-Zürich sendet für 100 % der Empfänger:innen zur selben Zeit. Sobald du internationale Abonnent:innen hast, wird Versand-pro-Zeitzone zum Hebel.
3. Konkurrenz im Posteingang
Dienstag 9:00 Uhr ist überfüllt. Wenn deine Zielgruppe dort 40 ungelesene Newsletter vorfindet, gehst du unter. 8:15 Uhr kann dich auf Platz 3 der Inbox bringen — sichtbar, angeklickt.
So findest du deine persönlich beste Zeit
Methode 1: Historische Daten auswerten
Nimm deine letzten 10–20 Kampagnen und ordne sie nach Wochentag/Stunde an. Mailaura zeigt dir das direkt im Dashboard als Heatmap. Drei Beobachtungen helfen:
- Spitzenzeiten identifizieren (Zeilen mit Öffnungsrate > 125 % deines Durchschnitts).
- Negativ-Muster vermeiden (Zeiten mit deutlich geringerer Öffnung).
- Wiederholbarkeit prüfen: war der gute Dienstag ein Zufall oder Pattern?
Methode 2: Strukturierter A/B-Test
Wenn du noch wenige Daten hast: teile deine Liste in zwei zufällige Hälften, sende Kampagne A dienstags 10 Uhr und Kampagne B donnerstags 14 Uhr. Nach 4 Wochen wiederholen, Spitzentag für die nächste Testrunde wählen.
Methode 3: Send-Time-Optimization durch KI
Moderne Tools (Mailaura ab 2026, Brevo, ActiveCampaign) nutzen KI, um pro Abonnent:in den Zeitpunkt zu wählen, an dem diese Person am wahrscheinlichsten öffnet. Grundlage ist der Öffnungszeit-Verlauf pro Kontakt über viele Kampagnen. Ergebnis: bis zu 25 % höhere Öffnungsraten bei identischem Inhalt.
Voraussetzung: mindestens 10 vorherige Kampagnen an dieselbe Liste, damit das Modell lernen kann.
Frequenz vs. Uhrzeit
Oft ist nicht die Uhrzeit das Problem, sondern die Frequenz:
- Weniger als 1× pro Monat: deine Liste wird dich vergessen. Abmeldungen steigen.
- 1–4× pro Monat: gängiger Optimal-Korridor für die meisten Newsletter.
- Täglich: nur in Daily-News-Formaten sinnvoll, sonst Abmeldungsgift.
- Unregelmäßig: schlechteste Option. Konsistenz schlägt Perfektion.
Saisonalität berücksichtigen
Drei Zeiträume, in denen die Regeln anders sind:
- Feiertage (Weihnachten, Ostern, Ferien): Öffnungsraten oft höher, weil weniger Konkurrenz in der Inbox. Aber Klickraten niedriger (Kaufentscheidungen werden aufgeschoben).
- Black Friday / Cyber Week: viel Konkurrenz, extreme Öffnungszeit-Sensitivität. Teste explizit 6:00, 9:00, 12:00, 19:00, 22:00.
- Sommerferien: Business-Listen flacher (40 % Out-of-Office). Reduziere Frequenz.
Konkretes Beispiel aus der Mailaura-Praxis
Ein DACH-Reise-Anbieter hatte über zwei Jahre immer dienstags 10 Uhr versendet (24 % Öffnungsrate Schnitt). Wir testeten:
- Dienstag 7:45 Uhr: 28 % Öffnungsrate (+4 Punkte)
- Samstag 8:00 Uhr: 32 % Öffnungsrate (+8 Punkte)
- Samstag 8:00 Uhr + Send-Time-Optimization: 36 % (+12 Punkte)
Erkenntnis: das Zielpublikum (Urlaubsplanende) öffnet am Wochenende deutlich besser — gegen die Branchennorm. Nur testen brachte die Wahrheit zutage.
Die beste Zeit für Automationen
Einzelzeiten machen für Broadcasts Sinn. Für Automations (Willkommen, Reaktivierung, Reminder) gilt: relativ zum Trigger. Beispiele:
- Willkommensmail 1 Minute nach Double-Opt-In — sonst sinkt die Öffnungsrate um 40 %.
- Warenkorb-Abbruch-Mail nach 45 Minuten, dann nach 24 h, dann nach 72 h.
- Reaktivierung nach 90 Tagen Inaktivität, dann nochmal nach 120 Tagen.
Nie absolute Uhrzeiten in Automations — die Wirkung hängt immer vom Kundenkontext ab, nicht vom Kalender.
Sonderfall: Internationale Listen
Sobald du > 10 % internationale Empfänger:innen hast, lohnt sich „Timezone-Send" (auch: Follow-the-Sun-Versand). Jeder Kontakt bekommt die E-Mail zur lokalen optimalen Zeit. Moderne Tools ersetzen damit komplizierte Multi-Listen-Strategien.
Was du NICHT testen solltest
- Mitternacht „weil niemand sonst sendet": Filter-Algorithmen scoren E-Mails, die außerhalb üblicher Zeiten landen, eher als verdächtig.
- 3 Uhr morgens: dasselbe Problem. Die Inbox ist zwar leer, aber dein Score nicht.
- Freitagsabend an B2B-Listen: unter 15 % Öffnung, kaum Klicks. Spart Versandkapazität für echte Zeitfenster.
Checkliste für deine nächsten 30 Tage
- Historische Daten der letzten 20 Kampagnen anschauen.
- Mindestens einen A/B-Test mit anderer Uhrzeit durchführen.
- Einen Versuch am untypischen Tag (Samstag, Sonntag) mitlaufen lassen.
- Send-Time-Optimization aktivieren, wenn verfügbar.
- Ergebnisse nach 30 Tagen dokumentieren.
- Gewinner als neuen Standard etablieren — bis zur nächsten Testrunde.
Fazit
Es gibt keine universell beste Zeit für Newsletter-Versand. Es gibt nur die beste Zeit für deine Liste, die du ausschließlich durch Messen herausfindest. Fang mit Dienstag und Donnerstag vormittags an, aber bleib offen für Ausreißer — sie bringen oft die größten Gewinne. Mit Mailaura hast du Heatmap-Analyse und Send-Time-Optimization direkt im Dashboard. Wie du daraus KPIs ableitest, zeigen wir im Beitrag Newsletter-KPIs.
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